Dem Leben Sinn geben


In meiner Zeit als nasser Alkoholiker war ich zerstört und hoffnungslos. Einen Sinn in meinem Leben habe ich verzweifelt gesucht und ich habe immer etwas Grandioses gesucht.

Den Sinn des Lebens habe ich zumindest für erst gefunden. Dieser Sinn hat sich mir aus dem Nichts erschlossen. Das ist Eingebung, Inspiration, Epiphanie, Gnade. Aber der Sinn muß nicht aus dem Nichts zu einem kommen. Als Mensch mit freiem Willen (gut, das ist strittig) kann ich auch wählen und entscheiden, meinem Leben einen Sinn zu geben.

Vor ca. 2-3 Jahren hatte ich eine Phase, in der ich viele Videos von Ajahn Brahm (eigentlich Ajahn Brahmavaso) geguckt. Ein Video ist mir noch in Erinnerung, in dem es um eben dieses Thema geht. Und dieser buddhistische Mönch sagte ganz klar, daß es darum geht unserem Leben Sinn zu geben. Passender Weise lautet der Titel „Putting Meaning into Life“. Also nicht passiv auf die Eingebung zu hoffen.

Und dazu gehören Selbstdisziplin und Liebe.

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Der Sinn des Lebens – plötzlich war er klar


Früher in meiner Jugend war ein Grübler. Heute habe ich zwar immer noch eine introvertierte Seite, aber das Grübeln hat sich ausgewachsen. Jahrelang habe ich darüber nachgedacht, was der Sinn des Lebens ist, oder genauer, der Sinn meines Lebens.

„Was soll ich mit mir selber anstellen“ war die Frage, die ich mir in meinem von nassem Denken und Depressionen gemarterten Hirn stellte. Ich suchte nach einer erfüllten Existenz, anders als die jetzige. Das bürgerliche Leben hat mich wenig angezogen: Familie und Eigenheim hatten keine Anziehungskraft auf mich. Ich suchte nach etwas Spektakulärem für mich, aber ich hatte weder eine Eingebung noch hätte ich als nasser Alkoholiker die inneren Ressourcen gehabt, irgendeinen Traum umzusetzen.

In fremde Länder zog es mich in meinen Träumen, Abenteuer sollten bestanden und Freiheit genossen werden. Irgendwie hatte ich Sehnsucht, irgendwie war es aber auch das, was man die geografische Kur nennt. Noch heute ist das in mir.

Als ich im April 2015 zu den Anonymen Alkoholikern kam, hatte ich plötzlich die Eingebung. Trocken werden, daß ist der Sinn des Lebens für mich! Wie von Gottes Hand stand es mir klar vor Augen, es war kein Resultat eines Denkprozesses, ich hatte mir nichts ausgeknobelt, keine Möglichkeiten durchgespielt. Es war klar und es kam aus den Nichts. Schon kurios, wie meine Höhere Macht mit mir durch Inspiration und Eingebungen kommuniziert.

Frappierend war die Einfachheit und Pragmatik meines Sinn des Lebens. Und wie bitter notwendig! In meiner Phantasie hatte ich, was den Sinn des Lebens an betraf, immer an etwas Großartiges gedacht. Das der Sinn des Lebens so schlicht und unspektakulär sein sollte, hat mich wirklich überrascht!

Ich glaube, daß hat mir bei meinem Weg in die Trockenheit extrem geholfen. So konnte ich Sie wirklich an erste Stelle setzten – und nicht an die zweite oder dritte.

Also wieder Mal Danke an die höhere Macht!