Die Einsamkeit des Alkoholikers und soziale Kontakte neu erlernen


Vermutlich kennt jeder Alkoholiker die Einsamkeit, die mit der Isolation durch den Alkoholismus einhergeht. Ich war schrecklich einsam in meiner zwanzigjährigen Saufzeit. Auch das steht im Blauen Buch und ist also auch den Altvorderen bei den anonymen Alkoholikern bekannt gewesen, z.B. direkt im 1. Kapitel („Bills Geschichte“). Ein typischer Aspekt des Krankheitsverlaufes also. Natürlich führt Einsamkeit zu Depressionen und Ängsten, das wiederum zum Alkohol… So läuft die Abwärtsspirale des Zugrundegehens.

Mir ist immer an mir selbst aufgefallen, daß ich miserabel darin bin (auch noch seit Beginn meiner Trockenzeit), Freundschaften zu pflegen und Kontakte zu halten. Alte Kontakte sind einfach verkümmert und teilweise haben sich ja auch Menschen von mir abgewandt, als sie merkten, daß etwas mit mir nicht stimmt.

Ich habe mir für das Jahr 2021 vorgenomen, daß ich darin besser werde, bestehende Beziehungen zu pflegen und alte Beziehungen und Kontakte wieder zu reaktivieren. Dazu gehört, daß ich Menschen zum Geburtstag gratuliere, selbst wenn es nur über Social-Media ist. Oder Menschen einfach nur mal so anzurufen. Menschen einfach mal besuchen oder sich mit ihnen zu verabreden. Alles Selbstverstandlichkeiten für Nichtalkoholiker!

Alkoholismus führt ja zu einer Verkümmerung des Ichs. Ausserdem bleibt der Alkoholiker in seiner persönlichen Entwicklung stehen, oftmals irgendwo in dem Alter, in dem das Saufen anfing. Die emotionale Entwicklung und Reife erreicht nicht das Stadium des Erwachsenen.

Zu meinem Vorsatz für 2021, den ich auch ganz passabel umsetze, kommt auch die Aufgabe meines Sponsors, täglich zwei AA-Freunde anzurufen. Eine Aufgabe die ich wirklich gerne erledige. Auch habe ich durch die Zoom-Meetings einige neue Freunde gewonnen, obwohl ich sie teilweise noch gar nicht persönlich kennengelernt habe. Es macht Spaß und es motiviert mich, die 12 Schritte mit meinem Sponsor zu arbeiten!

Emotionale Nüchternheit


Fr. Richard Rohr hält eine – wie immer – tolle Rede zum Thema Emotionale Nüchternheit. Der Franziskanermönch ist bestens mit den 12 Schritten der Anonymen Alkoholiker vertraut. Ich persönlich verstehe unter Emotionaler Nüchternheit genau das Gegenteil vom Trockenrausch.

Kämpfer im Unruhestand


Frech kopiert 😉 Quelle: Michael Brunner via Forum Wochenmagazin

„Kämpfer im Unruhestand“, so lautet ein Artikel im Magazin Forum, dessen Link ich vor einigen Tagen von einem Freund der Anonymen Alkoholiker per E-Mail erhalten habe.

Der Artikel widmet sich Prof. Lothar Schmidt, der als 96-Jähriger noch immer Vorlesungen hält. Träger der Bundesverdienstkreuzes, Inhaber unzähliger Funktionen. Sein Themenschwerpunkt ist Sucht und er ist bestens mit den 12 Schritten und den Anonymen Alkoholikern vertraut. Und er empfindet sie als besonders wirksam. Von kontrolliertem Trinken hält er auch nicht viel. Aber das kannst Du ja selber nachlesen.