Angst vor Nähe und Beziehungen


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(c) https://pixabay.com/de/clown-b%C3%B6se-halloween-horror-1651887/

Meine letzte Freundin hat vor ziemlich genau 11 Jahren mit mir Schluß gemacht. Kaum zu glauben daß das schon so lange her ist! Ich kann es ihr im Rückblick nicht verübeln, ich war ein nasser Alkoholiker, ein Kiffer und arbeitslos.
Das Ende kam wie aus dem Nichts und hat mich wahnsinnig schwer getroffen. Das Saufen wurde schlimmer, so schlimm wie nie. Ich denke für sich selbst hat sie das Richtige getan, insb. wenn ich bedenke, daß ihr Vater Alkoholiker war und ca. 1 Jahr nach unserer Trennung am Alkohol verreckt ist. Mit 45 Jahren.

Das arme Mädchen…immerhin rannte sie so schnell sie konnte und hat damit etwas getan, was viele Partner die mit Alkoholikern oder Süchtigen zusammen sind, versäumen:

Schnell weg!

Die damalige Trennung, so unvermeidlich sie war, hat mich so schwer getroffen, daß ich mich bis heute nicht komplett davon erholt habe. Ich habe Angst vor Nähe, Angst vor Beziehungen. Ich weiß das schon lange. Nicht das ich nicht gerne eine Freundin hätte, aber in meinem Hirn ist ein hoher Anspruch verankert. Sie muß so toll sein bzw. aussehen, daß ich sie auch auf ein hohes Podest stellen kann. Co-Abhängigkeit lässt grüßen!

Inzwischen kenne ich eine Frau, die offensichtlich Interesse an mir hat. Und davor fürchte ich mich. Sie ist attraktiv, intelligent und gebildet,… was fehlt mir an ihr? Ich habe keine Ahnung, aber die Angst brodelt auf kleiner Flamme in mir vor sich hin.

Vielleicht die Angst wieder verletzt zu werden, die Angst in eine „Beziehungsfalle“ zu geraten, die Angst etwas anzufangen hinter dem ich nicht wirklich stehe.

Mir der Angst gewahr zu werden gehört für mich zur Inventur, dem 4. Schritt der Anonymen Alkoholiker. Zeit damit klar zu kommen und aus der Angst hinaus zu wachsen.

 

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3 Gedanken zu “Angst vor Nähe und Beziehungen

  1. Gleiches sucht Gleiches. Oder zumindest Vertrautes. Du nennst sie attraktiv, intelligent und gebildet? 🙂 Trau`dich. Wichtig ist die Begegnung auf Augenhöhe. Von Podesten fällt sich leicht.

    Ja – Nähe bedingt immer auch Verletzlichkeit.
    Wer sich davor schützen mag, bleibt allein.
    Und verpasst einige Gelegenheiten, etwas zu lernen 😉

    Grüße & gute 24 Stunden dir!

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  2. Hamed

    Hallo Sven,
    solche Ängste und Vorstellungen ( Glaubenssätze) sind nicht rational bedingt, somit nicht gründlich und dauerhaft intellektuell zu lösen.
    Was auf zellulärer Basis gespeichert und emotional verankart ist, kann auch auf diesem Weg wieder gelöst werden.
    Ansatzpunkte wären z.B. MET- / EFT- https://youtu.be/kOVrEGT6rME
    Dr. Franke hat diese Therapieform entwickelt und x-fach erfolgreich erprobt.
    Sie ist leicht erlern und anwendbar. Nicht nur für die sog. „Ängste“.
    LG
    Hamed

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Hamed, vielen Dank für Deinen Beitrag hier sowie das persönliche Gespräch dazu gestern. Die Emotional-Freedom-Methode ist mir bekannt, ebenfalls von youtube-videos, aber nicht von einer anderen Person. Interessant scheint auch das sog. „myofascial unwinding“ bzw. auch „fascial release“ zu sein, welches bei u.a. Traumapatienten angewandt wird. Auch hier gibt es einige videos auf youtube: https://www.youtube.com/results?search_query=myofascial+release+deutsch

      Bis morgen bei den Anonymen Alkoholikern 😉

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