Emotionale Reife und Alkoholsucht


Ich habe gestern etwas Zeit damit verbracht, mich über das Thema emotionale Reife und Alkoholsucht zu informieren. Es scheint so, als wären Alkoholiker in ihrer emotionalen Entwicklung nicht so weit, wie es für erwachsene Menschen passend wäre. Sicher hat Alkoholsucht mit emotionaler Reife zu tun, wenn ich bedenke, daß ich die Herausforderungen des Lebens einfach weggesoffen habe, anstatt mich ihnen zu stellen. Wie das ein gesunder Mensch tun würde.

Ich habe irgendwo gelesen – ich muß mal schauen, ob ich die Quelle noch finde -, daß es mal eine Untersuchung der Mitglieder der Anonymen Alkoholiker gab. Heraus kam wohl, daß die untersuchenden Psychologen bei den A.A.-Freunden Unreife u.ä. diagnostiziert haben.

Meine Recherche in Internetforen hat auch die einhellige Meinung gefunden, daß Alkoholiker bei sich selber emotionale Unreife feststellen. Der gängige Tenor der Leute war, daß Alkoholiker in dem Alter bei ihrer emotionalen Entwicklung verharren, in dem sie zu trinken anfangen. Das heißt, ein vierzig Jahre Alkoholiker, der in Alter von sechzehn Jahren mit dem Alkoholabusus anfing, auch mit vierzig die emotionale Reife eine Sechzehnjährigen hat.

Ich spekuliere mal, daß der Trockenrausch, wie ich ihn ja auch selber erfahre, ein emotional unreifes Reagieren auf unangenehme Situationen ist. Das heißt, das der sich im Trockenrausch befindende (erwachsene) Alkoholiker mit z.B. einem Wutanfall reagiert, was nicht altersgemäß ist. Das paßt eher zu einem Teenager, der sich nicht zu helfen weiß.

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2 Gedanken zu “Emotionale Reife und Alkoholsucht

  1. Die Diskussion über das Thema ist mit der über das Huhn/dem Ei vergleichbar. Wer war eher da? Heute weiß ich, ich bin mit Defiziten aufgewachsen, die mich irgendwann haben süchtig werden lassen. Meine Sucht wiederum verhinderte jede ernsthafte Auseinandersetzung mit meinen Defiziten oder verzögerte sie zumindest gewaltig.

    Mein Wachstum als Mensch, als Mann, begann nach meinem letzten Glas. Die Zeit davor war eine in`s aschgraue verlängerte Pubertät 😉

    Trockenheit schützt nicht vor den Schwierigkeiten des Lebens, vor Krisen aller Art. Aber ohne sie gehen die Chancen gegen Null, die Täler zu durchschreiten, manche Lebenslagen zu meistern.

    „Trockenrausch“. Wenn ich das heute höre, muss ich grinsen. Auch mir ist der Begriff sehr geläufig, bezeichnet er doch alle wie auch immer gearteten emotionalen Reaktionen, die über das gesellschaftlich anerkannte Niveau hinaus gehen. Auch ich erlebe solche Zustände, auch nach diesen vielen 24 Stunden trocken. Ich bin ein sehr „emotionaler“ Mensch, das ist so. Hinschauen muss ich dort, wo ich mir damit selbst schade, Das bezieht natürlich auch den „Schaden“, den ich mit meinem Verhalten bei meinen Mitmenschen anrichte, mit ein. Bei Nicht-Beachtung fällt alles auf mich zurück, in Form äußerer Ereignisse oder Krankheiten.
    Manche nennen es Karma…

    Lieben Gruß & gute 24 Stunden!

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  2. Pingback: Esssucht und Trockenrausch? – Svens Bericht

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