Der Sinn des Lebens – plötzlich war er klar


Früher in meiner Jugend war ein Grübler. Heute habe ich zwar immer noch eine introvertierte Seite, aber das Grübeln hat sich ausgewachsen. Jahrelang habe ich darüber nachgedacht, was der Sinn des Lebens ist, oder genauer, der Sinn meines Lebens.

„Was soll ich mit mir selber anstellen“ war die Frage, die ich mir in meinem von nassem Denken und Depressionen gemarterten Hirn stellte. Ich suchte nach einer erfüllten Existenz, anders als die jetzige. Das bürgerliche Leben hat mich wenig angezogen: Familie und Eigenheim hatten keine Anziehungskraft auf mich. Ich suchte nach etwas Spektakulärem für mich, aber ich hatte weder eine Eingebung noch hätte ich als nasser Alkoholiker die inneren Ressourcen gehabt, irgendeinen Traum umzusetzen.

In fremde Länder zog es mich in meinen Träumen, Abenteuer sollten bestanden und Freiheit genossen werden. Irgendwie hatte ich Sehnsucht, irgendwie war es aber auch das, was man die geografische Kur nennt. Noch heute ist das in mir.

Als ich im April 2015 zu den Anonymen Alkoholikern kam, hatte ich plötzlich die Eingebung. Trocken werden, daß ist der Sinn des Lebens für mich! Wie von Gottes Hand stand es mir klar vor Augen, es war kein Resultat eines Denkprozesses, ich hatte mir nichts ausgeknobelt, keine Möglichkeiten durchgespielt. Es war klar und es kam aus den Nichts. Schon kurios, wie meine Höhere Macht mit mir durch Inspiration und Eingebungen kommuniziert.

Frappierend war die Einfachheit und Pragmatik meines Sinn des Lebens. Und wie bitter notwendig! In meiner Phantasie hatte ich, was den Sinn des Lebens an betraf, immer an etwas Großartiges gedacht. Das der Sinn des Lebens so schlicht und unspektakulär sein sollte, hat mich wirklich überrascht!

Ich glaube, daß hat mir bei meinem Weg in die Trockenheit extrem geholfen. So konnte ich Sie wirklich an erste Stelle setzten – und nicht an die zweite oder dritte.

Also wieder Mal Danke an die höhere Macht!

Die Geschichte der Anonymen Alkoholiker


Ich bin über zwei Websites gestolpert, die sich mit der Geschichte der Anonymen Alkoholiker beschäftigen. Beide haben sehr interessante Artikel:

Dick B. Blog

Barefoot´s World

Erwähnenswer ist sicherlich, daß beide Oldtimer der Anonymen Alkoholiker sind. Also keine distanziert-intellektuelle Geschichstwissenschaftler.

Trockenrausch und ein gesundes Ich


Gelegentlich bekomme ich ja einen sog. Trockenrausch. Dies ist im Wesentlichen ein Wutanfall, der dann auftritt, wenn mein Ego sich angegriffen sieht. Die Situation ist immer die, daß meine Arbeit kritisiert wird und ich ausflippe. Dies ist auch dann der Fall, wenn die Kritik berechtigt ist.

Neulich ist das wieder einmal vorgekommen. Diesmal aber habe ich mich gefragt, wann es berechtigt ist, sich angegriffen zu fühlen und wann die Reaktion völlig überzogen ist. Zu einem gesunden Ich gehören auch Grenzen. Das heißt, wenn ich persönlich angegriffen werde, dann muß ich auch für mich auch einstehen können, bzw. mich wehren können und die Kritik nicht unerwidert schlucken.
Umgekehrt muß ich aber auch berechtigte Kritik akzeptieren und emotional angemessen reagieren können. Die Frage für mich lautet also, wieviel Kritik zu akzeptieren ist und wieviel Emotionen berechtigt sind.

Mir ist klar, daß bei mir als Alkoholiker dort ein Problem vorliegt. Kritik wird überzogen intensiv wahrgenommen und die emotionale Reaktion auf diese ist unverhältnismäßig (Wutausbruch). Ich muß also lernen was gesund ist. Wann ist ausflippen ok?

Ich bin allerdings froh, daß wenn ich in solch einen toxischen, inneren Zustand gerate, ich dies (eigentlich) nicht rauslasse. Und auch diesem Trockenrausch gegenüber bin ich machtlos – nicht nur dem Alkohol gegenüber. Wichtig für mich ist, mich wieder zu beruhigen, bevor ich einen Fehler mache. Beten ist auch ein Mittel, welches ich einsetze.

Gott, bitte nimm dies von mir, ich allein kann mir nicht helfen aus diesem Zustand herauszukommen.