Wissenschaft: Anonyme Alkoholiker funktionieren


Was ich und zehntausende andere aus eigener Erfahrung wissen, wurde in einer wissenschaftlichen Meta-Studie der amerikanischen Stanford University bestätigt: Die Anonymen Alkoholiker funktionieren. Und das, laut der Studie, besser als Psychotherapie.

https://scopeblog.stanford.edu/2020/03/11/alcoholics-anonymous-validated-by-meta-analysis/

St. Augustin – Göttliche Unzufriedenheit & Erlösung


In den letzten Tagen bin ich in einem Podcast o.ä mit dem Begriff der „göttlichen Unzufriedenheit“ des St. Augustin in Berührung gekommen.
Dieser besagt, daß man eine innere Leere bzw. eine Unzufriedenheit verspürt, dessen Ursache die Bewegung hin zu Gott ist.
Ich erkenne mich darin wieder. War der Alkohol nicht mein Mittel um meine inneren Qualen zu beseitigen? Neben Traurigkeit gab es auch die innere Leere in mir.
Das Bedürfnis war Erlösung. Der Rausch des Alkohol war der häßliche kleine Bruder der wahren Erlösung. Zuerst hat er funktioniert und mir die Schmerzen genommen. Bis er irgendwann nicht mehr funktionierte.

Der Alkoholrausch ist ein falscher mystischer Zustand. An Stelle der mystischen Union oder der Erlösung kam der Rausch, welcher einfach zu bekommen ist.
Als Alkoholiker wollte ich die Erlösung aus der Flasche – in meiner Blindheit wusste ich es nicht besser.

Trockenrausch, Anti-Depressiva und Genesung


Ich habe vor einigen Monaten, ich glaube es war der Juli 2020, mein Anti-Depressivum Venlafaxin abgesetzt. Ich wollte unbedingt wegen der Nebenwirkungen davon wegkommen, nachdem ich es viele Jahre genommen hatte. Die Nebenwirkungen waren Tagesmüdigkeit sowie Knochenabbau im Oberkiefer.
Es hat gut funktioniert, ich habe keine Depressionen bekommen. Allerdings habe ich mehrere Male in den letzten Monaten einen Trockenrausch bekommen. Dieser zeichnet sich durch ein Gedankenkarussel ab, welches zu extrem heftigen Emotionen (auch Gefühlssturz genannt) führt. Ich hatte sogar oft eine sehr heftige Wut im Bauch.
Ich war jedesmal vom Trockenrausch überrascht, welcher mich dermaßen übermannte, daß ich danach richtig ausgelaugt war.

Meine Theorie ist, daß das Venlafaxin, ähnlich dem Alkohol, einiges in mir gedeckelt hat. Damit meine ich, daß Dinge wie alte innere Konflikte in mir hochkamen, die nicht verarbeitet wurden. Jetzt, wo das Venlafaxin nichts mehr unterdrücken kann, kommt vieles in mir hoch was noch verarbeitet werden muß und zum Trockenrausch führt.
Mein Psychiater hatte aber ein tolles Beispiel: Ich bin, wie auf einer Spirale, wieder auf der gleichen Stelle, allerdings eine Stufe höher.
Ich halte das für zutreffend, vielleicht geht Genesung nicht immer linear nach oben, sondern es kommen auch tiefe Täler.
Und was anderes viele mir da ein, als der Begriff „Die dunkle Nacht der Seele“ des Johannes vom Kreuz?
Ich bin dankbar auf dem Weg der Genesung zu sein und die Anonymen Alkoholiker als Lebensschule zu haben…